Samstag, 20. März 2010

Nintendo DSi XL | Der neue eBook Reader?



Beim DSi XL vergrößert Nintendo die Display-Fläche im Vergleich zum Vorgänger um 93 Prozent. Das macht vor allem Text besser lesbar – ein Schritt Richtung Universal-Gadget?

Der japanische Hersteller Nintendo war bisher stets eindeutig der Ansicht, dass Spielkonsolen zum Spielen da sind – und hatte mit frischen Spielideen auch jede Menge Erfolg. Seit einiger Zeit zeigen nun aber Apple mit dem iPhone und auch Sony mit der PSP immer deutlicher, wie die Grenzen zwischen den Kategorien verwischen.

Bei der Beurteilung des ab 5. März erhältlichen DSi XL könnte man es sich nun sehr einfach machen. Dessen deutlich vergrößerte Bildschirmfläche ließe sich zum Beispiel damit erklären, dass Nintendo ja weiß, wie viele Ältere gern auf dem Gerät Gehirnjogging und Ähnliches spielen würden, das aber durch die altersbedingte Sehschwäche behindert wird. Oder dass Actionfans gern so viel Übersicht auf dem Display hätten, wie sie es von Sonys PSP gewohnt sind (allerdings liegt die Auflösung beim DSi XL deutlich niedriger – bei 256 x 192 Pixeln sieht man einzelne Punkte schon sehr deutlich).

Besser lesen

Dass Nintendo an dem Gerät sonst beinahe gar nichts geändert hat, würde diese Argumentation stützen. Weder Kamera noch Kartenslot noch Auflösung wurden ausgetauscht. Weiterhin ist es auch nicht möglich, mit der Konsole komfortabel einen MP3-Player zu ersetzen – für die PSP ein Klacks. Und die Kameras fotografieren nach wie vor mit völlig unbefriedigender VGA-Auflösung.

Doch eine neue Anwendung lässt aufhorchen: Parallel bringt Nintendo eine Sammlung von 100 klassischen Büchern auf den Markt, die man auf der Konsole lesen kann, indem man komfortabel mit einem Fingerstreich umblättert. Weiter kann man über den DSi XL sogar mit anderen über den Lesestoff diskutieren. Ein vorsichtiger Schritt hin zum E-Book-Reader also? Nintendo spricht natürlich erst einmal nur von einem Test. Aber wenn ich über die Onlineanbindung des DSi XL zum Beispiel in meiner Stadtbibliothek Bücher ausleihen könnte (der Online-Verleih funktioniert auf dem PC schon), dann könnte ich auf Kindle & Co. gern verzichten – und vielleicht würden dann auch mehr Eltern ihren Kindern freiwillig einen DSi XL zum Geburtstag schenken ...

Mehr Ausdauer

So weit die Zukunftsmusik. Heute schon Realität ist, dass der DSi XL auch in Sachen Akku länger durchhält als sein Vorgänger, weil mehr Batterie in dasselbe Gehäuse passt. Über sieben Stunden mit einer Ladung, das schaffte der DSi nicht. Die Bedienung indes hat sich nicht geändert – wohl aber das Bediengefühl. Weil das Gerät viel größer ist, dürften manche Kinderhände überfordert sein. Außerdem merkt man nach dreistündigem Spielen die nun über 300 Gramm der Wuchtbrumme schon deutlich.

Nintendo legt zusätzlich zum Standard-Touchpen auch einen großen Touchpen bei, der an einen Kugelschreiber erinnert – und vermutlich schnell verloren geht, weil man ihn nicht im Gehäuse unterbringen kann. Das DSi XL kann man nun aber auch gut mit dem Finger bedienen – die Schaltflächen auf dem Display sind ja nun ebenfalls größer. Kleine Annehmlichkeit: Auf dem internen Speicher des Geräts hat Nintendo Gehirnjogging, ein Wörterbuch und den Webbrowser vorinstalliert.

FAZIT: FÜR ERWACHSENENHÄNDE
Die Größe macht den DSi XL zur Erwachsenen-Spielkonsole, aber auch Actionsfans bekommen mehr Überblick – und schließlich freut auch die verlängerte Akkulaufzeit. Wir werden sehen, ob Nintendo das E-Book-Engagement fortsetzt.

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Quelle: www.focus.de

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